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  26.05.97 (Trierischer Volksfreund)  
     
 
Sicher erst mit Gurt

MORSCHEID. (red) Für das Anlegen von Sicherheitsgurten bei der Autofahrt warb die Kreisverkehrswacht Trier-Saarburg bei einer Veranstaltung der Feuerwehr in Morscheid. Zur Demonstration der großen Wucht, mit der ein Fahrzeuginsasse bei einem Aufprall mit bereits geringer Fahrgeschwindigkeit gegen die Windschutzscheibe geschleudert wird, wurde ein so genannter Gurtschlitten eingesetzt. Mit „nur" 15 hm/h rollte der Schlitten auf einer schiefen Ebene gegen ein Hindernis. Keine der- etwa 150 Testpersonen wäre in der Lage gewesen, ihren Körper abzufangen. Nur der Gurt - davon wurden alle überzeugt - verhindert ein Herausschleudern und hilft Verletzungen zu vermeiden.
Leider verzichten nach Erkenntnissen der. Kreisverkehrswacht viele Autoinsassen auf das Anlegen der Sicherheitsgurte. Hingegen glaubten immer mehr Verkehrsteilnehmer, der Airbag könne den Gurt ersetzen - ein Irrglaube, denn das Luftkissen, könne das lebensrettende Band lediglich ergänzen. Offensichtlich, so die Verkehrswacht; nehmen mehr als 25 Prozent aller Kraftfahrer vermeidbare Verletzungen bei einem Unfall in Kauf.
Nicht zu vergessen, dass ein Verstoß gegen die Gurtpflicht mit einem empfindlichen Bußgeld geahndet werden kann. Auf dem Gurtschlitten in Morscheid wurden auch Skeptiker überzeugt: „Erst mit Gurt ist man sicher.“


Quelle: Trierischer Volksfreund
 
     

   
   
  26.05.97 (Trierischer Volksfreund)  
     
 
Lob über Lob für Morscheider Wehr

MORSCHEID (jolo) Irgendetwas mit dem Brandschutz zu tun haben musste er schon, der Schirmherr ihres 75. Jubiläums. Das dachten sich die 24 Morscheider Feuerwehrleute mit ihrem Wehrführer Winfried Koster und kamen spontan auf den Trierer Unternehmer und Mitbürger Karlheinz Ehm.
Ehm, der in seinem papierverarbeitenden Betrieb immer wieder seine Auflagen hinterfragt, sagte in seiner Laudatio beim Festkommers im Bürgerhaus. dass es in schnelllebiger Zeit hoch zu schätzen sei, wenn Leute bereitstehen, sich für andere einsetzen. Dies sei nicht mehr selbstverständlich. Er freue sich, dass die Welt in der 8l0-Einwohner-Gemeinde Morscheid noch heiler sei als anderswo, wo der Hilfsgedanke noch obenan stehe. Seine Spende sei der Grundstock für neue Feuerwehrjacken.

Busch: „Ein überaus lebendiger Verein"

Mit den befreundeten Wehren, einer Hermeskeiler THW-Abordnung, Pastor Laub, Vertretern der Politik und des Gemeindelebens sowie der Dorfbevölkerung kam auch Bürgermeister Bernhard Busch. Er meinte, dass die Jubiläumswehr in einem Alter sei, wo die Menschen froh sind, die Beine hochzulegen. Doch die Morscheider „Oranjehemden" seien ein überaus lebendiger Verein mit vielen jungen Leuten, Mädchen und Jungen. Das sei ein bewegtes Zukunftszeichen in einem lebendigen Dorf. Nach Buschs Scheckübergabe dann ein Novum, er überreichte eine Urkunde, die bisher noch keine Frau im Kreis bekommen hat. Anja Braun, die sich außerdem stark für die Jugend engagiert, wurde zur Löschmeisterin befördert.
Der ehemalige Morscheider Bürger und Kreisfeuerwehrinspekteur Ortwin Neuschwander freute sich, dass es dem „Geburtstagskind" gelungen sei, eine sehr junge und elanvolle Mannschaft zusammenzustellen. Es sei somit erkannt worden, dass der Nachwuchs nur über die Jugendfeuerwehren zu sichern ist. Neuschwander erkannte als Verantwortlicher der allgemeinen Gefahrenabwehr im Kreis an, dass die Morscheider Truppe ihm mit ihrem Einsatzleit-Fahrzeug den Rücken stärkt. Anschließend überreichte der Landesfeuerwehr-Verbandsvorsitzende einen Ehrenteller.

Handspritze zurück im alten Einsatzort

Ein weiteres Grußwort sprach Ortsbürgermeister Walter Theis, der nicht nur die offizielle Gemeindespende übergab, sondern die Wehr mit einer 1842 in Koblenz hergestellten und in den 20er Jahren von Morscheidern benutzten Handspritze beschenkte. Hereingefahren wurde sie von Altwehrführer Karl Meyer, der das wiedergefundene Kleinod restauriert hatte.
Die Morscheider Wehrleute erhielten von dem befreundeten Waldracher Ehepaar Maruhn eine großzügige Geldspende, Nikolaus Braun fertigte eine bronzene Feuerwehrfigur und da es im dörflichen Vereinsleben so Sitte ist, überreichten Vertreter des MGV, KV und des SV Spendenschecks. Der MV Schillingen umrahmte die Festveranstaltung musikalisch, den Gesang steuerte der MGV Morscheid unter Laurenz Lauterbach bei.
Während der viertägigen Feier konnte jeder Besucher unter anderem auf einem vom ADAC bereitgestellten Gurtschlitten einen simulierten Auffahrunfall miterleben.



Morscheids Wehrführer Winfried Koster (Mitte) freut sich über die über 150jährige Handspritze, die Altwehrführer Karl Meyer (rechts) restauriert hat. Mitinitiator dieser Aktion, Ortsbürgermeister Walter Theis, schaut interessiert zu. Foto: H. J. Loch





Quelle: Trierischer Volksfreund
 
     

   
   
  25.05.97  
     
 
75 Jahre Feuerwehr Morscheid
Predigt von Prof.-Dr. Alfons Bechtel

Es tut gut, hier zu sein - so nenne ich heute meine Predigt, an diesem Sonntag, der in unserer Gemeinde von der Feuerwehr besonders geprägt ist. Es tut gut; hier zu sein.

Wenn Sie dem Evangelium gut zuhörten, haben Sie es bestimmt gemerkt, dass ich diese Überschrift dem Apostel Petrus geklaut habe, der - als er mit Jesus auf einem hohen Berg war und als dann Moses und Elias, die Großen der jüdischen Geschichte, plötzlich auftauchten und mit Jesus redeten, diesen Satz stotterte: Es tut gut, hier zu sein bei dir und diesen anderen.

Zu dieser Überschrift brachte ich auch das.

Beim Vordenken dieses Gottesdienstes fiel mir der Florianstag 1993 wieder ein. Damals kamen alle Wehren der Verbandsgemeinde hier zusammen; mit einem Gottesdienst begannen wir das Fest. An diesem Tag wurde in Morscheid gut gefeiert, gut gegessen und getrunken und am Wiedersehen sich erfreut.

Ich erlebte eine bunte Gemeinschaft von Menschen, die Helfenwollen auf ihre Fahne geschrieben hatten, die sich die Geschichte des Florian wieder sagen ließ, die Geschichte eines Menschen, der Menschen in Not sah und einfach half, und die mir zustimmten, als ich sagte, dass diese Geschichte des Florian nicht für die Füße und nicht hirnrissig sei, sondern für uns Moderne heute geschrieben sei.

Es tat damals gut, dabei zu sein.

Als dann 1995 der Feuerwehrchef von Morscheid mich bat, beim Gründungsfest der Jugendfeuerwehr mitzumachen, sprang ich mit beiden Füßen auf. Das ist eine gute Sache, sagte ich mir, und versuchte zu begründen, warum das eine gute Idee sei. Gegen die Versteppung unserer Kultur sprach ich.

Denn wer heute jungen Menschen eine Fahne in die Hand drückt, auf die geschrieben ist „Dem Nächsten zur Wehr", beginnt mit diesen Mädchen und Jungen eine Seh- und Hörschule aufzubauen, die sich auf die Grundeinsicht stellt: der Mensch verarmt, wenn er sich vereinzelt in sein Haus verkriecht, er braucht den anderen. Und der Mensch verarmt zutiefst, wenn er sich für die anderen keine Zeit mehr nimmt. Isolierung nennen wir das. Entsolidarisierung nennen wir das. Entmenschlichung nennen wir das.

Der Feuerwehr Morscheid habe ich schon viele gute Worte gesagt 1993 und 1995.

Bei diesem 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Morscheid lege ich noch etwas zu. Es ist den Morscheidern ein Lob, allen, der Feuerwehr heute besonders.

Es tut gut, hier zu sein „Keine Engel" und „Menschen" sind meine beiden Punkte.

1. Keine Engel

Wollte ich behaupten, es tut gut, hier zu sein, weil wir alle Engel seien, ich täte Ihnen und mir die Taschen voll lügen.

Wir kämen auch schnell zur vollen Wahrheit, es sei denn, wir wären Kinder jenes Pfälzers, bei dem man, als man ihm den Schädel öffnete und reinschaute, nichts sah außer die Füße.

Die meisten Morscheider können zwar herrlich engelhaft laut singen; das Reizklima hier lässt bestimmt manch beflügelte Gedanken zur Welt kommen, die in den Tälchen und Tälern rundherum fast unmöglich sind, aber - wenn wir uns so ganz nah im Spiegel begucken - keinem von uns, mag er noch so lang hier gelebt haben, keinem von uns waren je Flügel gewachsen, und wenn der eine oder die andere es vergessen haben sollten, wozu ihnen Beine und Arme gegeben sind, beim ersten Flugversuch landeten auch wir alle ganz kräftig auf dem Bauch.

Wir sind keine Gemeinde von Engeln, die nach manchen Bildern anscheinend nichts anderes tun, als mit Palmzweigen zu wedeln und Alleluja zu singen, was nach meinen eigenen Erfahrungen auf die Dauer äußerst langweilig ist. Bei uns geht es bunter zu, bei uns ist es interessanter und zwar deshalb, weil es bei uns menschelt. Es menschelt sehr bei uns, manchmal sehr liebenswürdig, manchmal aber auch sehr tragisch, leidbringend, erdrückend. Es menschelt sehr bei uns. Also keine Engel.

2. Aber Menschen

Also blauäugig bin ich nicht. Ein wenig Wirklichkeitssinn ist mir erhalten geblieben. Aber trotz allem - ich bleibe bei meiner Aussage: Es tut gut, hier zu sein - und zwar deshalb, weil hier Menschen leben. Was meine ich damit?

Ich könnte jetzt auf die Geschichte der Feuerwehr kommen, die in 75 Jahren als Feuerwehr aus Freiwilligen mit und ohne Hilfe der Riverisser und Waldracher unter hohem persönlichen Einsatz oft Brände gelöscht und vielen Menschen geholfen hat.

Ich könnte auch auf die gesellige Seite dieser Feuerwehrmänner hinweisen, die nach vollbrachter Tat oder bei Festen groß feiern können. Ich könnte von diesen Männern Erlebtes und Gehörtes erzählen, das sie mir und vielleicht auch Ihnen sympathisch macht. Ja, sie sind mit Grund, dass ich ehrlichen Herzen es sagen kann: es tut gut, hierzu sein. Sie erlauben mir, dass ich, obwohl sie der Festgegenstand sind, über sie hinausgreife.

In dieser Gemeinde ist es noch nicht üblich geworden, die kranken Alten einfach abzuschieben. Hier gilt der Pakt der Generationen noch handgreiflich, hautnah. In dieser Gemeinde packen viele ganz selbstverständlich mit an. Ich habe es erlebt bei Vätern und Müttern der Kommunionkinder, ich habe es erlebt an Fronleichnam; ich erlebte es bei den singenden Vereinen, um nur einige zu nennen. Der Sinn für die Gemeinde ist bei uns noch nicht - oder vorsichtiger - noch nicht ganz verloren gegangen; es mauert sich nicht jeder ein in sein Privates und sucht Verantwortung für das ganze zu vermeiden. Menschen leben hier noch, Menschen mit Herz, Hand und Kopf, die noch Ohren und Augen haben für andere.

Deshalb - es tut gut, hier zu sein, weil hier noch Menschen leben. Es tut gut, hier zu sein - so nannte ich meine Predigt heute.

Vielleicht haben sich einige bei dieser Predigt gefragt, was hat das alles mit einer Hl. Messe zu tun und in einer Eucharistiefeier zu suchen?

Wäre das nicht besser beim Kommers gesagt worden, so gleichsam als Huldigung an diese Gemeinde oder, um es mal auf luxemburgisch auszudrücken, als hommage au corps des pompiers de Morscheid.

M. E. hat aber das Gesagte viel mit Hl. Messe zu tun. Denn christlicher Glaube ist nur dann christlich, wenn er ein Glaube ist, der Augen, Herz und Hände hat.

Es tut gut, hierzu sein.
Amen.
 
     

 
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